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Dienstag, 30. August 2022

Bilanz zur ersten MTMC

Auch wenn noch nicht alle Spendengelder ihr Ziel erreicht haben und die eine oder andere Spende eventuell noch nicht getätigt ist, möchte ich dennoch eine Bilanz der Tour ziehen.

Unterscheiden möchte ich dabei zwischen der sportlichen, fahrerischen Seite der Tour zum einen, und der Spendenaktion zum anderen.

Als ich während der TV Übertragung einer Giro Etappe im Mai dieses Jahr die Idee hatte, eine eigene Tour zu planen und zu organisieren, stand für mich eindeutig der sportliche Aspekt im Vordergrund. Des Weiteren sollte es auch im nächsten und im übernächsten und in den darauffolgenden Jahren immer eine Fortsetzung geben. Der Gedanke, dass im Verlauf der Jahre das Teilnehmerfeld durchaus von einer Person auf zwei, drei oder auch mehr Personen anwachsen darf und soll, kam mir auch schon recht früh.

Entsprechend entwarf ich auch mein eigenes Tour Logo.

Bei nüchterner Betrachtung aber kamen schnell organisatorische Hürden auf mich zu. Du hast ein Rennrad, gut. Du hast Radkleidung, gut. Du hast Trinkflaschen, Riegel, Gels, gut. Aber was ist mit Wechselkleidung, Hygieneartikel, Laufschuhe, und vielen anderen größeren und kleinen Dingen, die man bei einer mehrtägigen Tour benötigt? Man kann, sofern die Unterkünfte vorgebucht sind, die Sachen immer vorwegschicken. Ja, aber bei 8 Etappen muss man mindesten 3-4 Etappen Unterkünfte im Voraus ausstatten, und dann immer vor Ort Gebrauchtes nach Hause, Ungebrauchtes entsprechend  weiter senden. Da will man sich nicht wirklich drum kümmern müssen, wenn man auf Tour ist. Zudem geht eine 4-5fach Ausstattung (und das ist ja nicht nur die Radsportkleidung) auch ins Geld. Alternativ kann man nur ein Mindestgepäck nehmen. Also Bike Packing light hoch2. Dennoch ist es dann Bike Packing. Eine richtige, realistische Lösung dieses Problems habe ich derweil noch nicht. Eine Idee ist die letztgenannte Version. Dann mit Rennrad und min. 200 Tageskilometern. Den nächsten Tag dann jeweils als Ruhe- und Ausflugstag am jeweiligen Etappenziel verbringen, und dann wieder weiter fahren. Bei 1.000 Kilometer Strecke sind es dann aber ca. 10 Tage, also 2 Tage mehr als bei der jetzigen ersten Ausgabe. Mal sehen, was kommt.

In der Kürze war dieses Mal auf jeden Fall die Gravel Bike Lösung in der Bike Packing Variante die beste Lösung, auch wenn Sie vom Grundgedanken weit abweicht. Sportlich war es jetzt kein Spektakel. Es war keine Segment Jagd, keine KOM Hatz, nein, dafür war es GA1 und GA2 Training. Was auch durchaus ok ist.

Die Streckenqualität! Hier werde ich bei der Tourenplanung mehr Zeit investieren. Ich weiß noch nicht genau wie, aber ich muss auch in den Regionen, in denen mir Ortskenntnisse fehlen, darauf achten, das Radwege und Bundesstraßen maximal eine Ausnahme bleiben, und dann auch möglichst kurz gehalten werden.

Der Streckenverlauf. Der ist nicht in Stein gemeißelt. Aber der Tour Name gibt vor, dass Meer und Berge Bestandteil der Tour sind. Es muss aber nicht zwangsläufig eine Rundtour sein. Es kann so zum Beispiel auch mit einem Start an der Ostsee, dann über den Harz und weiter nach Jeggen als Zielort eine schöne Tour sein.

Sportliches zu der 1. MTMC: 

1.006 Kilometer, 5.062 Höhenmeter, 46h:53min Fahrzeit, 21,43 Km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Systemgewicht ca. 130 Kg


Wird denn jede MTMC eine Spendentour? 

Nicht zwangsläufig. Der Gedanke, dieses Jahr aus der ersten MTMC eine Spendentour zu machen kam relativ kurz nach der Grundidee zur Tour, und war auch recht spontan. 2020 nahm ich an der 24h Challenge teil, die aus meiner Sicht ein toller Erfolg war. Fast 1.300 € kamen zusammen. Und das aus meinem privaten Umfeld. Verwandtschaft, Freunde, Bekannte und Nachbarn!! Ich empfand die Atmosphäre damals trotz Corona, den Auflagen etc. als sehr gelöst, angenehm und auch zugetan von allen Seiten. Es war ein sehr schönes Erlebnis.

Da die aktuellen Vorzeichen aufgrund der geopolitischen und auch wirtschaftlichen Gesamtsituation angespannter sind, wollte ich versuchen, über mein Netzwerk hinaus Spender zu akquirieren. Meine Sorge war durchaus, dass sich einige der 2020er Spender dieses Jahr gar nicht, oder reduziert beteiligen könnten. Natürlich respektiere ich die Entscheidung jedes Einzelnen, ob und wenn ja, wie viel er/sie/es spendet. Aber wenn ich eine Spendenaktion ins Leben rufe, möchte ich schon auch etwas bewirken und für die jeweiligen  Spendenzwecke auch etwas erreichen. Ich habe deshalb einen Facebook Konto eröffnet und bin  angefangen Berichte und Reels zu posten. Um die Wahrnehmung zu erhöhen, bin ich in diverse Rennradgruppen auf FB eingetreten. In der Hoffnung, dort unter ebenfalls Radbegeisterten Brüder und Schwestern im Geiste zu finden, die dann auch eher bereit sind, zu spenden. Zu spenden, auch wenn Sie die Person, die die Aktion initiiert hat, nicht persönlich kennen. Daher auch der Spendenlink direkt zur DKKS bzw. das Spendenkonto zum Exil e.V. Der Spender gibt das Geld also nicht in die Hände einer ihnen fremden Person, sondern das Geld geht direkt an eine Institution, die er ggf. kennt, und die er zumindest überprüfen kann. Parallel zu Facebook habe ich meinen alten Insta Account aufgepeppt und reaktiviert. Selbst in LinkedIn (immerhin habe ich dort knapp 500 Follower) und Xing habe ich einen Aufruf gepostet. Bei beiden hat es sage und schreibe gerade mal für ein oder zwei Likes gereicht! Ernüchternd! Aber über FB habe ich mit Carsten tatsächlich einen mir bis zu dem Zeitpunkt unbekannten Radsportler erreicht, der die Aktion, ohne mich zu kennen, mit einer Spende unterstützt hat, und mich auch dann auf der 6. Etappe ein Stückweit begleitet hat, d.h. jetzt sind wir in real life ein paar Stunden zusammen geradelt und haben uns kennengelernt :-).

Der Zufall bzw. FB griff mir dann noch unter die Arme. Die NOZ meldete sich am Samstag vor dem Tour Start. Ob ich Interesse hätte an einem Interview zur Tour. Am Sonntag dann das Interview und Abends war der Artikel online, am Montag, dem Tag des Tour Starts in der NOZ Printausgabe. Und was soll ich sagen, mindestens 2 Spender (beide kennen mich, ich kann zumindest einen sicher zuordnen), die ich ohne diesen NOZ Artikel mit Sicherheit nicht erreicht hätte, kamen hinzu. Eine tolle Sache!

Dann gab es noch das Telefoninterview auf der Überfahrt des Nordostsee Kanals mit Radio Osnabrück, für die ich heute oder morgen noch meinen finalen Abschlusskommentar sprechen werde. 

Heute dann noch ein Interview unter dem Motto "nachbetrachtet" mit der NOZ. Der Artikel wird in Kürze online und dann am darauf folgenden Tag im Print zu lesen sein. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass das Spendenfenster noch offen ist. Vielleicht kann ja noch der eine oder andere Spender erreicht werden.

Insgesamt war aber das Thema Öffentlichkeitsarbeit und Spende aber auch recht anstrengend und mühsam. Einerseits das bloggen immer Abends beim Essen, oder im Hotelzimmer (mit Handy 😬) (was zudem letztlich keine wirklich große Resonanz nach sich zog), andererseits auch dieses Gefühl der Unsicherheit bzgl. der Spenden. Besonders mein persönliches Umfeld habe ich daher immer wieder mit einbezogen. Der Grad zwischen freundlichem Erinnern und auf die Nerven gehen, ist nicht nur sehr schmal, sondern sicherlich auch individuell unterschiedlich in der Wahrnehmung. Ich möchte mich dafür entschuldigen, wenn ich zu sehr genervt habe. Immerhin habe ich aber allen die Möglichkeit gegeben, durch einen kleinen Fingerzeig zu signalisieren, "lass mich bitte Außen vor". Das hat wiederum keiner in Anspruch genommen.

Rückbetrachtet würde ich mich zukünftig auch nur auf einen Spendenzweck festlegen. Ich habe das Gefühl, dass es etwas verwirrend war und dadurch, dass zwei Spendenzwecke quasi in Konkurrenz zueinander standen, auch viele potenzielle Spender verunsichert waren.

Letztendlich habe ich viel Energie und Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Keiner hat mich dazu aufgefordert, das war meine Entscheidung. Ja, das ist richtig. Und es hat mir auch Spaß gemacht! Das Roadbook, das gefakte Interview mit dem Freien Sender Landvogt, die Detailplanung der einzelnen Etappen über Komoot, der Blog, das Logo, die Tour Ausstattung designen. T-Shirts, Polo Shirt, Base Cap etc., die Statusmeldungen usw. Und ich weiß, das Viele zumindest in den Status geschaut haben. Leider nur ganz selten, und nur von einigen Wenigen aber habe ich ab und an mal eine kurze Nachricht der Aufmunterung geschickt bekommen. DURCHATMEN. Aber gerade das, Zugewandtheit, Teilnahme zeigen, das sind Motivationsspritzen, über die ich mich freue, die mir ein das Gefühl gegeben haben, Etwas zu erreichen, Jemanden zu erreichen; und das unabhängig vom Spendenerfolg bzw. Spendenvolumen. Hier hätte ich mir nicht nur konsumieren, sondern auch mehr Feedback gewünscht. 

Das aktuelle Spendenvolumen kann ich noch nicht beziffern. Trotz Spendenlink (DKKS) sind auch einige Spenden direkt überwiesen worden. Da nehme ich demnächst Kontakt zu DKKS auf, ob das herausgefiltert werden kann. Zudem braucht es beim Spendenlink in Kombination mit Lastschriftverfahren auch ein paar Bank Tage, bis die Spende auf dem Konto, und dann auf dem Link erscheint. 

Bei Exil e.V. war ja nur die Überweisung möglich. Dabei ist Exil wiederum darauf angewiesen, dass im Verwendungszweck auch ein Bezug zu der Tour gemacht wurde. Ich bin dran.

Und dann ist da die Unsicherheit, wer ggf. doch noch in den nächsten Tagen spenden wird.

Noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die sich mit einer Spende beteiligt haben bzw. noch spenden werden!!!

Und nun? MTMC in Zukunft Spendentour ja oder nein? Jein! 

Das hängt von vielen Faktoren und auch der eigenen Stimmung ab. Wir werden sehen!


Die 8. und finale Etappe der ersten Ausgabe der "Montem Terra Marique circum" als Spendentour - der Bericht

Gestern nun die finale Etappe, an deren Anfang und an deren Ende noch einige Höhenmeter zu bewältigen waren. 

Insbesondere die ersten 25 Km mit ca. 400 Höhenmetern hatten es in sich. Das schöne aber war, das kurz nach Olsberg der Asphalt verlassen wurde, und es wieder über Schotterwege bis kurz vor Rüthen weiter rollte. Abseits der Radwege und Bundesstraßen, konnte ich noch einmal Natur pur erleben und genießen :-).

Kurz hinter Rüthen erreichte ich ein Plateau mit einem schönen Rundumblick. Von hier aus konnte man weit gucken.

Es folgten zahllose Kilometer auf einem mir inzwischen wohl Bekanntem, dem Radweg. Dorf nach Dorf wurde durchquert. Ich hatte am Samstag von Carsten schon vernommen, dass Schützenfeste in OWL noch immer einen hohen Stellenwert besitzen. In Bökenförde wurde ich dann Augen- und Ohrenzeuge des Adlerschiessens.

Weiter ging es durch Lippstadt, mehrere Ortschaften, alles flach, bis nach Rheda Wiedenbrück. Dort machte ich in der Altstadt (auf den ersten Blick sehr hübsch) bei einer Eisdiele Stopp. Das Eis war sehr lecker und aus eigener Herstellung. 

Gestärkt ging es weiter. Die Kilometer aber fühlten sich jetzt zäh an. Die Luft war nach so einer langen Tour, 8 Tage am Stück im Sattel, langsam aber sicher raus. Jetzt hieß es nur noch Ankommen! 

Endlich Bad Rothenfelde. Ab hier an konnte ich auf die Dienste von Eddy verzichten. Nachdem wir uns auf dieser 8. Etappe auch erneut einige Male gezofft hatten, haben wir stillschweigend und einvernehmlich beschlossen, das mein Edge 1030 eine lange Pause bekommen wird und ich mich nach einer Alternative umsehen werde :-).

Hilter durchfahren, noch den Teuto überwinden, 

und dann ging es über Holsten-Mündrup, Uphausen-Eistrup, wieder Baustellenumfahrung, Natbergen zurück nach Oberjeggen.

Die Tagesbilanz: 132 Km und noch einmal satte 930 Hm. 21,6 Km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.

Ride on.


Montag, 29. August 2022

Die Königsetappe - Etappe 7 der MTMC Spendentour

Die 7. Etappe hatte es in sich. Zwar mit 75 km recht kurz, sollten mich die ca. 1200 Höhenmeter doch fordern. Anbei zur Ansicht noch einmal das Höhenprofil.


Die Etappe unterteilte ich in mehrere Abschnitte, an denen ich Pause machen wollte. Erstes Zwischenziel Brilon nach ca. 25 Km, dann Niedersfeld ca. 19 Km weiter als Brilon, Winterberg. Bei weiteren 10 Km Fahrstrecke, um schließlich nach weiteren 20 Km in Olsberg anzukommen.

Bis Brilon fuhr ich die meiste Zeit auf Asphalt. In der Regel konstant ansteigend bei 1-2 %. Unterbrochen wurde das ganze an einigen Stellen von netten Rampen mit Steigungen von 10+ %.


Die letzten Kilometer führte ein Radweg teilweise parallel, teilweise versteckt zur Bundesstr. Dieser Radweg ist von sehr guter Beschaffenheit und lässt auch Einblicke in die Vegetation zu.


Der Versuch, am Sonntag Morgen in Brilon Wasser nachzuladen, schlug fehl. Ich suchte aber auch nicht intensiv. Rast machte ich kurz hinter Brilon.


Ab hier führte die Wegstrecke bis nach Winterberg und auf dem Weg nach Olsberg bis nach Niedersfeld mehrheitlich über Schotter und vereinzelt Waldwege. 
Meinem Lefty kam das einerseits entgegen. Endlich konnte er seiner eigentlichen Bestimmung nachkommen. Andererseits waren massive Steigungen, die sich uns entgegenstellen, auf Schotter noch schwieriger zu bewältigen. Gleiches gilt zumindest für mich auch bei den Abfahrten. Da war ich eigentlich konstant auf der Bremse.



In Bruchhausen war ich dann wieder auf Wassersuche. Eine nette Dame, die ich nach Möglichkeiten fragte, hier im Ort am Sonntag Wasser zu kaufen, füllte mir die Flaschen bei sich zuhause voll. 😊

Weiter ging es nach Niedersfeld. Und es blieb stetig steigend und Steil. Die Abgeschiedenheit des Weges ließ mich bei aller Anstrengung runterkommen. Und was sich mir landschaftlich darbot, war ein Traum. 
In Niedersfeld dann die nächste Rast.


Jetzt nur noch etwas mehr als 10 Km und 180 Hm bis Winterberg. Auf Schotter ging es weiter. Dann der höchste Punkt der Tour. Winterberg auf 668 m über NN.


In Winterberg machte ich erst einmal eine ausgiebige Pause inkl. Kuchenfoto 😄.


Nun noch 22 Km meistens bergab bis nach Olsberg.


Die Königsetappe hatte ich nun gemeistert. Knapp 77 Km und 1.264 Höhenmeter in 4h:24min netto Fahrzeit. 😀💪🏻


Ride on.





















Die finale Etappe. Die 8. Hier der Streckenverlauf

Die 8. Und letzte Etappe führt mich heute von Olsberg über Lippstadt, Rheda Wiedenbrück und Bad Rothenfelde zurück nach Jeggen. 

Zuerst werden noch knapp 400 Höhenmeter im Sauerland zu überwinden sein, bevor es dann erst abschüssig, später flach, weitergeht. Der Teuto stellt dann kurz vor Schluss noch einmal ein paar Anforderungen, und dann bin  ich im Ziel. 😀








Sonntag, 28. August 2022

Bericht zur 6. Etappe der MTMC Spendentour

Bevor ich über die 6. Etappe berichte, möchte ich noch kurz die Paketstory erwähnen.
Am Freitag in Monden angekommen, habe ich meine Sachen sortiert, und überlegt, was benötige ich noch für die kommenden 3 Etappen?
Für die anstehenden Steigungen hilft schließlich jedes Gramm weniger!
Neben der Schmutzwäsche verabschiedete ich mich auch von manchem Elektrobedarf, sauberer Wäsche, etc. Aber ich brauchte ein Paket. Ein netter Hotelmitarbeiter suchte, fand und brachte mir schließlich eins. Das Paket war perfekt. Selbst der beschädigte dry bag Träger sowie ein dry bag passten noch hinten.
Jetzt noch Paketklebeband. Also ging ich mit dem Paket zur Rezeption. Da wurde mir geholfen. 
Da ich keine Lust hatte, dass Paket aufs Zimmer zu bringen, um dann zum Essen wieder runter zu gehen, ging ich mit dem Paket ins Restaurant. Der Kellner sagte mir freundlich, dass an der Rezeption die Paketannahme sei. Ich klärte ihn auf und das Paket nahm neben mir Platz. Es verhielt sich sehr ruhig an dem Abend. 
Am nächsten Morgen wollte ich es zur Post bringen. 10 Minuten zu Fuß ein Weg. Nach der Hälftecder Strecke fiel mir ein, dass ich mein Gelb vergessen hatte.
Also kehrte ich um und ging zum Frühstück, wieder mein Paket in der Hand. Die Gäste, die die Szenerie am Vorabend bereits mitbekommen hatten, schmunzelten.
Die Neugierde war zu groß und schließlich wurde ich auf mein Paket angesprochen. Man sehe mich immer mit dem Paket unter dem Arm. Ich konnte die Neugierde stillen.


In der 6. Etappe ging es von Minden nach Büren. Die Key Figures: 125 Km, 949 Hm. 5h:54 min netto Fahrzeit.

Das Wetter ungewohnt. Es war komplett bewölkz und kühl.
Zuerst fuhr ich Richtung Bad Oeynhausen. Und schon früh eine inzwischen bekannte Problematik.


Wieder Baustellenumfahrung. Und B.O. ist ganz schön hügelig. 
Es galt von Minden bis B.O. erst einmal das Wiehengebirge zu überwinden. 


Nachdem die letzten Höhenmeter bei B.O. absolviert waren, kam eine herrliche Abfahrt.


Bald kurz nach Bad Salzuflen rauf und weiter nach Leopoldshöhe. 
Ein kleiner Schauer ließ unangenehme Erinnerungen wach werden. 

In Leopoldshöhe eine kurze Rast. Dieses Mal ohne Kuchenfoto. 
Noch ein netter Plausch mit einem MTBler.  Dann wieder los. Der Teuto. Wieder hoch, aber nicht so steil wie zuvor.


Jetz flach weiter nach Hövelhof. Dort hatte ich mich mit Carsten verabredet. Carsten hatte Anfang der Woche einen meiner FB Beiträge kommentiert. So kamen wir in Kontakt. Nun wollte er mich ein Stückweit auf meiner Spendentour begleiten. Nicht nur das! Er führte mich abseits der Monotonie der Radwege über schöne Nebenstrecken inkl. des Lippesees.


Darüber hinaus ist Carsten auch noch großzügiger Spender meiner Aktion. Schon krass, wenn man überlegt, dass er mich ja gar nicht kennt 😃.

An der Wewelsburg trennten sich unsere Wege wieder.


Ich traf in der Folge noch einige Damen, die eingefercht waren,


genoß noch eine schöne Abfahrt, bevor es nach Büren noch einmal berghoch ging.

Die Höhenmeter der Etappe waren schon ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen mag.

Ride on.











 






 



Samstag, 27. August 2022

Streckenplan 7. Etappe

Es wird zünftig. Von Büren (230 m ü. NN) nach Winterberg (668 m ü. NN), dann weiter nach Olsberg (360 m ü. NN).

Die ersten 55 km, von 2-3 kurzen Abfahrten abgesehen, geht es in die Höhe, Bis Winterbergerreicht ist. Dann geht es nach Olsberg bergab.

Komoot ruft 1.180 vertical metres auf. Mein Tipp: es sind mehr! 😪  








Die 5. Etappe der MTMc


Heute ging es von Groß Meckelsen über Sittensen, Verden/Aller, Nienburg und Stolzenau nach Minden.

Für die 147 km und 678 Höhenmeter betrug die Nettofahrzeit 6h:35min.


Zu Beginn machte ich einen leichten Umweg nach Sittensen hinein. Ich musste noch Wasser nachladen, und wollte den Reifendruck überprüfen. 

Der Himmel zog sich schon unheilvoll zu, als ich kurz nach 9.00 Uhr meine eigentliche Fahrt aufnahm.
Ein Blick auf die Wetter App bestätigte meinen Verdacht. 

So ging es dann zügig los Richtung Varel. Nach ungefähr 15 Km dann die ersten Tropfen.

Nach ein paar Minuten warten, war keine Besserung in Sicht. Also ging es im Regen weiter. An nassen Festivalwiesen in Scheeßel vorbei bis nach Rotenburg/Wümme im Dauerregen. Dann am Großen Weißen Moor vorbei durch ein Waldgebiet. Runter nach Verden lachte Clärchen und ich konnte mich von ihr und dem Wind trocknen lassen 🙂.

Nächstes Zwischenziel war Nienburg. Auf dem Weg dahin machte ich einen Zwischenstopp in einer Eisdiele/Restaurant. Im Lokal wären Zwei Gäste. Auf der schönen Außenterasse saß ich alleine. Der Kellner nahm gerade die Bestellung bei den anderen Gästen auf. Das alles entwickelte sich zum Smalltalk. Nach ca. 5-6 Minuten ging er Richtung Küche.  Weitere 5 min. war er immer noch nicht bei mir. Also ging ich hinein. Es dauerte eine Weile, bis er zum Tresen kam. Ich wusste, was ich wollte, und begann meine Bestellung runter zu sprechen, als er mich unterbrach. "Gehen Sie ruhig zu Ihrem Tisch, ich komme gleich mit der Karte", was ich mit einem "hm" quittierte. Als nach weiteren 4 min. noch immer nichts passiert war, fuhr ich weiter. Seltsam 🤔

Als ich dann Nienburg passiert hatte, nicht ohne den obligatorischen Kuchenstopp einzulegen, 


dieses Mal bei P, zogen erneut finstere Wolken auf.


Bis kurz vor Stolzenau blieb es bei der Drohgebärde. Dann fielen die ersten Tropfen. Mein Eddy wies mir dann den Weg direkt in das dunkle Zentrum. Ich folgte dem nur ein paar Meter, bemühte Google Maps, und sah eine Alternativroute. Zwar länger vom Weg her, aber für mich die Chance, einer erneuten Regendusche zu entgehen.
Nach ungefähr der Hälfte der Umfahrungsstrecke aber hatte mich die Regenfront erreicht. Und es schüttete!! Bis 20 Km vor Minden hielt der heftige, nicht nachgewiesen Regen an. Wassertreten in Radschuhen, die Nässe am Rücken runterlaufend in den Canal de Po....🙈.

In Petershagen sollte dann die Weserüberquerung sein.


Da steht ein Zaun im Nirgendwo
Und ich bin ....
Erneut! Wieder kein Hinweisschild zuvor!
Erneut eine unfreiwillige Umfahrung.
So komme ich mit 11 extra Kilometern ins Ziel.
2 Regenduschen, Kuchentest bei P., eine Eisdiele, die nicht vom Verkauf lebt, und ein super nettes Team im Hotel Exquisit in Minden, aber das ist eine andere Geschichte 🤣.

P.S. Alles ist inzwischen trocken, außer meine Radschuhe 🤷🏼‍♂️






Donnerstag, 25. August 2022

4. Etappe der MTMC Spendentour

Heute kein Korrektur lesen. Denke aber die Zusammenhänge ergeben sich trotzdem. 

Die 4. Etappe führte mich die ersten 68 Km bis Wischhafen. Die Strecke, auf der ich gestern von Wischhafen nach Büsum gefahren bin, fuhr ich heute zurück.

Erst ab Wischhafen nahm die Route einen anderen Verlauf. 


Bevor ich überhaupt losfahren konnte, gab es schon ein paar Hürden zu nehmen.
Eddy wollte nicht aufwachen. Egal was ich auch versuchte, das Navi ging nicht an. Ohne Navi zu fahren wäre auch nicht der Hit. Ich unternahm einen letzten Versuch, presste den Anschaltknopf für eine Ewigkeit, und er war an!

Lefty war über Nacht in einer Garage untergebracht, die um 8.00 Uhr geöffnet werden sollte. Heute war es aber 8.30 Uhr 🤷🏼‍♂️.

Als ich die letzte Tasche, den Dry Bag rechts am Aeroe Träger anbringen wollte, bemerkte ich, dass sich Lefty nicht rückwärts bewegen ließ.  Ich rollte vor und wiiiedeer zurückkk. Pech. Eine Halterung war abgebrochen.


Im ersten Moment hatte ich einen Schreck und dachte, das Schaltauge. Nun, dann wäre die Tour jäh beendet gewesen. 
So ging es glimpflich aus, und der Dry Bag saß die ganze Fahrt über bombenfest. 

30 Sek. Meditation


Vom Weg bis Wischhafen gibt es sonst nichts neues zu berichten.  Außer, dass der Wind, der gestern noch mein Freund und Anschieber war, heute gegen mich arbeitete. Es wurde wieder zäh!

Nach der Überquerung des Nordostseekanals ...


... hatte ich noch eine Baustellenumfahrung in Brokdorf. Als ich Wischhafen erreichte, legte die Fähre gerade an. Perfektes Timing. 

Auf der Fähre unterhielt ich mich mit 2 E-Bikern und erfuhr, dass mein geplanter Weg bis Stade am Deich lang nur am Wochenende frei gegeben ist. Erst ab Krautsand konnte man den Weg auch in der Woche nehmen. Ok, also etwas mehr Kilometer. Bis Krautsand zog es sich. Mega schlechte Radwege und immer noch Gehenwind. Das kostet nicht nur Körner, sondern geht auch mental an die Substanz. Wenn ich mit dem Marathon Rennrad gefahren wäre, hätten mich nur ausgewählte Radwege gesehen, dass ist mal sicher. Cycle Pathways suck 👎.
Endlich die Abbiegung nach Krautsand. Jetzt volles Brett Gegenwind. Dann endlich am Elbedeich. Schönes fahren, auch wenn der Wind blieb. Plötzlich das!
Ich umschreib es mal mit Poesie 🤪

Da steht ein Zaun im Nirgendwo 
und ich bin nicht darüber froh


Bauzaun, Baustelle.  Und kein Hinweis zuvor 😡. Wieder zurück und Umfahrung. Der Ticker läuft. Die Mehrkilometer bekommen Gewicht. 

In Stade Stopp zum Kuchen fassen. Ich habe mich an diese Beschaulichkeit der Supermarktparkplätze so gewöhnt, ich kann nicht mehr anders. Nach zweimal L und einmal P, nun A.
Natürlich versorgte ich mich auch wieder mit Getränken. Als ich den Pdand an der Kasse einlösen wollte, war da eine lange Schlange. Aber jeder ließ mich freundlicherweise vor, so dass ich direkt hinter dem Herrn stand, der gerade an der Kasse war. Seine Ware lief über das Band. Plötzlich fragte die Kassiererin ihn, ob das noch zu ihm oder zu mir gehörte und deutete dabei auf mich. Woraufhin er abfällig gestikulierend vor sich hin nuschelte, und meinte "der, der gehört nach hinten in die Schlange. Schäbig, dieses Vordringen." 🤔


Ab Stade noch 40 Km bis zum Etappenziel. Ich hatte schon 10 km mehr drauf. Ab Stade kam der Wind jetzt von der Seite, von Osten. Als angenehmer oder gar leichter empfand ich das nicht.


Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat ... So auch diese Etappe.


Die Lehren der Etappe. Es gibt ihn, den guten Deutschen. Der vor lauter Daraufachten, dass alles seinen RECHTEN Gang geht, das Wesentliche nicht mehr mitbekommt. Den Typus gibt es übrigens nicht nur in Stade!
Wind ist doof, wenn er nicht von hinten schiebt
Cycle psthways suck 
Zäune im Nirgendwo ohne Vorankündigung sind auch mies









Und hier die Strecke der 5. Etappe.

In der 5. Etappe der MTMC geht es von Groß Meckelsen nach Minden (NRW). Die Streckenlänge ist 135 Km bei 420 Hm. Kleinere Anstiege sind vor Verden (Aller) und zwischen Stolzenau und Petershagen zu erwarten.












Streckenplan der 4. Etappe

Die 4. Etappe führt mich von Büsum nach Groß Meckelsen bei Sittensen.



Bis zum niedersächsischem Wischhafen ist der Streckenverlauf identisch mit der gestrigen Hinfahrt.

Erst ab Wischhafen geht es nach Süden Abzweigung in andere Richtung weiter. An Drochtersen vorbei und über Stade erreiche ich Groß Meckelsen. 

In der alten Hansestadt Stade gibt es u.a. einen Atommeiler, der sich aber im Rückbau befindet.
Auch einige Unternehmen der chemischen Industrie sind in Stade angesiedelt.






 


Mittwoch, 24. August 2022

Die Spendentour MTMC - 3. Etappe von Hechthausen nach Büsum

Die 3. Etappe, war wohlbedacht mit 93 Km recht kurz gewählt. Zudem war sie mit 150 Hm auch sehr flach. 

Da der Wind heute mein Freund war, waren es ideale Voraussetzungen für eine Genießerrunde. 😁

Abwechslungsreich war es auch. Neben den immer noch nicht liebgewonnenen Radwegen kamen immerhin vereinzelt ein paar Kilometer Deichweg hinzu. Und es gab 2 Fährüberfahrten. Einmal die Elbüberquerung bei Wischhafen nach Glückstadt. Dann die Überquerung des Nordostseekanals von Brunsbüttel nach Brunsbüttel 🤔. Aber der Reihe nach. 

Um kurz nach 5 heute früh bin ich aufgewacht. Die besten Voraussetzungen für einen frühen Start. Ich drehte mich noch einmal um, und stand um kurz vor 6.00 Uhr auf. Dann gegen 6.30 Uhr beim Frühstück. Irgendwie habe ich danach aber die Zeit vertan. Als ich das Rad gepackt hatte, war es schon kurz vor 9.00 Uhr. 😱 schnell zum Bezahlen. Kreditkarte. "Heute funktioniert das irgendwie nicht," sagt die Dame an der Rezeption. Was tun? Ich sah mich schon zum nächsten Geldautomaten fahren, wo immer der auch gewesen wäre. Dann mein Vorschlag. "Ich mach eine Echtzeitüberweisung mit meiner Banking App." Sie stimmte zum Glück zu. Es war 9.20 Uhr als ich an den Start kam.

Eddy war zwar mürrisch, aber er tat seinen Dienst. Bis Wischhafen, mein erster Zielort, fuhr ich in östlicher Richtung. Von da hatte gestern der Wind heftig geblasens. Heute früh war zwar auch Ostwind, aber meist wir der Wind erst um die Mittagszeit kräftiger.

Am Fährableger in Wischhafen angekommen, tummelten sich dort  schon ein paar Radfahrer. Autos und Lkws bildeten eine längere Schlange. 

Nach einigen Minuten Warten, sah ich die Fähre kommen. Als wir alle auf der Fähre waren, dauerte es noch eine Weile, bis wir ablegten. Und auch die Überfahrt (5 €) dauerte länger, als ich erwartet hatte, ca. 30 Minuten.

In Glückstadt angekommen, fuhr ich bei nächster Gelegenheit auf den Deichweg und wurde als bald freundlich begrüßt. 

Danach ging es wieder auf den Radweg. Als ich das Gatter zum  Radweg öffnete, sprach mich ein Herr an, der mit seiner Frau eine kleine Radtour machte. Er fragte nach dem besten Weg nach Glückstadt. Als Ortsunkundiger konnte ich ihm leider nicht helfen. Dennoch kamen wir ins Gespräch und ich berichtete auch von der  Montem Terra Marique circum, meiner Spendentour. Beide waren sehr daran interessiert und Sie scannte den QR Code mit meinem Infoflyer.

Dann weiter auf dem Radweg. Etwas später eine Klappbrücke. Die Ampeln gingen auf Rot, Schranken gingen runter. Die Klappen der Brücke öffneten sich und einige Segelboote, die mit ihren Masten nicht unter der Brücke durchgepasst hätten, konnten passieren. 



Vor mir waren zwei Mädels mit Elektrotollern. Als die Brücke wieder frei war, düsten sie ganz schön ab. Ich kam allerdings mit Unterstützung vom Wind immer näher. Die Letztere der beiden drehte sich immer wieder kurz um.
In der Annahme, dass sie mein heranfahren dadurch wahrgenommenen hatte, überholte ich sie. Daraufhin durfte ich mir von ihr einiges anhören. Und zurecht! Ich hätte klingeln sollen. Auch wenn die Praxis zeigt, dass es selten jemanden interessiert, und teilweise auch gar nicht wahrgenommenen wird, war es fahrlässig von mir, darauf zu vertrauen, dass sie schon ihre Spur halten wird. 
Bevor ich das andere Mädel überholte, demonstrierte ich den schnellen Lerneffekt. Ich klingelte mehrfach und fuhr vorbei. Beim vorbeifahren sprach ich sie noch an, dass ich ordnungsgemäß geklingelt habe. Aber sie konnte mich nicht hören. In ear in beiden Ohren!

Im weiteren Verlauf ließ ich Brokdorf und das dort stehende Atomkraftwerk links liegen. Als 68er, nicht Studi, sondern in dem Jahr geboren, ist mir die Atomdiskussion und auch die Demonstrationen in Brokdorf ab 1977 bis Mitte der 80er Jahre durchaus noch in Erinnerung.



Als ich Brunsbüttel erreichte und den Nord- Ostseekanal auch mit einer Fähre überqueren musste, rief mich Radio Osnabrück an. Sie hatten von der Spendentour gehört, und wollten ein Interview für einen Beitrag, der nächste Woche laufen soll.

Weiter ging es Richtung Meldorf, unterbrochen von einem kurzen Wasser/Kuchen Stopp.


In Büsum bei meiner Unterkunft kam ich um kurz vor 15.00 Uhr an. Da war nun Wäsche machen angesagt. 


Ich hoffe, dass die Sachen morgen alle trocken sind 😬.

Anschließend noch das obligatorische Fischbrötchen und ein Strandbesuch ⛱️


Philosophischer Gedanke des Tages!
In manchen Geschäften kostet 1 L Wasser 5 €
Auf mancher Fähre kostet die Überfahrt 5 €
In vielen Kneipen, Restaurants kostet ein großes Bier 5 € (inkl. Tg)
Wer jetzt heute für 1 L Wasser keine 5 € bezahlt hat, und keine Fähre für 5 € gefahren ist, und auch heute nicht in einer Kneipe, einem Restaurant 5 € für ein großes Bier ausgegeben hat, der, ja der kann die 5 € gerne spenden!!!
Oder noch die nächsten Tage die 5 € zurücklegen, und dann eine große Summe spenden! 😃

Ride on 🚴🚵‍♂️😉🙋‍♂️

Kurz wieder da, und schon wieder weg?

Gerade habe ich aus gegebenem Anlass geschaut, von wann mein letzter Beitrag hier datiert.  Wahnsinn! Mehr als ein Jahr ist es her.  Seitdem...