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Dienstag, 30. August 2022

Bilanz zur ersten MTMC

Auch wenn noch nicht alle Spendengelder ihr Ziel erreicht haben und die eine oder andere Spende eventuell noch nicht getätigt ist, möchte ich dennoch eine Bilanz der Tour ziehen.

Unterscheiden möchte ich dabei zwischen der sportlichen, fahrerischen Seite der Tour zum einen, und der Spendenaktion zum anderen.

Als ich während der TV Übertragung einer Giro Etappe im Mai dieses Jahr die Idee hatte, eine eigene Tour zu planen und zu organisieren, stand für mich eindeutig der sportliche Aspekt im Vordergrund. Des Weiteren sollte es auch im nächsten und im übernächsten und in den darauffolgenden Jahren immer eine Fortsetzung geben. Der Gedanke, dass im Verlauf der Jahre das Teilnehmerfeld durchaus von einer Person auf zwei, drei oder auch mehr Personen anwachsen darf und soll, kam mir auch schon recht früh.

Entsprechend entwarf ich auch mein eigenes Tour Logo.

Bei nüchterner Betrachtung aber kamen schnell organisatorische Hürden auf mich zu. Du hast ein Rennrad, gut. Du hast Radkleidung, gut. Du hast Trinkflaschen, Riegel, Gels, gut. Aber was ist mit Wechselkleidung, Hygieneartikel, Laufschuhe, und vielen anderen größeren und kleinen Dingen, die man bei einer mehrtägigen Tour benötigt? Man kann, sofern die Unterkünfte vorgebucht sind, die Sachen immer vorwegschicken. Ja, aber bei 8 Etappen muss man mindesten 3-4 Etappen Unterkünfte im Voraus ausstatten, und dann immer vor Ort Gebrauchtes nach Hause, Ungebrauchtes entsprechend  weiter senden. Da will man sich nicht wirklich drum kümmern müssen, wenn man auf Tour ist. Zudem geht eine 4-5fach Ausstattung (und das ist ja nicht nur die Radsportkleidung) auch ins Geld. Alternativ kann man nur ein Mindestgepäck nehmen. Also Bike Packing light hoch2. Dennoch ist es dann Bike Packing. Eine richtige, realistische Lösung dieses Problems habe ich derweil noch nicht. Eine Idee ist die letztgenannte Version. Dann mit Rennrad und min. 200 Tageskilometern. Den nächsten Tag dann jeweils als Ruhe- und Ausflugstag am jeweiligen Etappenziel verbringen, und dann wieder weiter fahren. Bei 1.000 Kilometer Strecke sind es dann aber ca. 10 Tage, also 2 Tage mehr als bei der jetzigen ersten Ausgabe. Mal sehen, was kommt.

In der Kürze war dieses Mal auf jeden Fall die Gravel Bike Lösung in der Bike Packing Variante die beste Lösung, auch wenn Sie vom Grundgedanken weit abweicht. Sportlich war es jetzt kein Spektakel. Es war keine Segment Jagd, keine KOM Hatz, nein, dafür war es GA1 und GA2 Training. Was auch durchaus ok ist.

Die Streckenqualität! Hier werde ich bei der Tourenplanung mehr Zeit investieren. Ich weiß noch nicht genau wie, aber ich muss auch in den Regionen, in denen mir Ortskenntnisse fehlen, darauf achten, das Radwege und Bundesstraßen maximal eine Ausnahme bleiben, und dann auch möglichst kurz gehalten werden.

Der Streckenverlauf. Der ist nicht in Stein gemeißelt. Aber der Tour Name gibt vor, dass Meer und Berge Bestandteil der Tour sind. Es muss aber nicht zwangsläufig eine Rundtour sein. Es kann so zum Beispiel auch mit einem Start an der Ostsee, dann über den Harz und weiter nach Jeggen als Zielort eine schöne Tour sein.

Sportliches zu der 1. MTMC: 

1.006 Kilometer, 5.062 Höhenmeter, 46h:53min Fahrzeit, 21,43 Km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Systemgewicht ca. 130 Kg


Wird denn jede MTMC eine Spendentour? 

Nicht zwangsläufig. Der Gedanke, dieses Jahr aus der ersten MTMC eine Spendentour zu machen kam relativ kurz nach der Grundidee zur Tour, und war auch recht spontan. 2020 nahm ich an der 24h Challenge teil, die aus meiner Sicht ein toller Erfolg war. Fast 1.300 € kamen zusammen. Und das aus meinem privaten Umfeld. Verwandtschaft, Freunde, Bekannte und Nachbarn!! Ich empfand die Atmosphäre damals trotz Corona, den Auflagen etc. als sehr gelöst, angenehm und auch zugetan von allen Seiten. Es war ein sehr schönes Erlebnis.

Da die aktuellen Vorzeichen aufgrund der geopolitischen und auch wirtschaftlichen Gesamtsituation angespannter sind, wollte ich versuchen, über mein Netzwerk hinaus Spender zu akquirieren. Meine Sorge war durchaus, dass sich einige der 2020er Spender dieses Jahr gar nicht, oder reduziert beteiligen könnten. Natürlich respektiere ich die Entscheidung jedes Einzelnen, ob und wenn ja, wie viel er/sie/es spendet. Aber wenn ich eine Spendenaktion ins Leben rufe, möchte ich schon auch etwas bewirken und für die jeweiligen  Spendenzwecke auch etwas erreichen. Ich habe deshalb einen Facebook Konto eröffnet und bin  angefangen Berichte und Reels zu posten. Um die Wahrnehmung zu erhöhen, bin ich in diverse Rennradgruppen auf FB eingetreten. In der Hoffnung, dort unter ebenfalls Radbegeisterten Brüder und Schwestern im Geiste zu finden, die dann auch eher bereit sind, zu spenden. Zu spenden, auch wenn Sie die Person, die die Aktion initiiert hat, nicht persönlich kennen. Daher auch der Spendenlink direkt zur DKKS bzw. das Spendenkonto zum Exil e.V. Der Spender gibt das Geld also nicht in die Hände einer ihnen fremden Person, sondern das Geld geht direkt an eine Institution, die er ggf. kennt, und die er zumindest überprüfen kann. Parallel zu Facebook habe ich meinen alten Insta Account aufgepeppt und reaktiviert. Selbst in LinkedIn (immerhin habe ich dort knapp 500 Follower) und Xing habe ich einen Aufruf gepostet. Bei beiden hat es sage und schreibe gerade mal für ein oder zwei Likes gereicht! Ernüchternd! Aber über FB habe ich mit Carsten tatsächlich einen mir bis zu dem Zeitpunkt unbekannten Radsportler erreicht, der die Aktion, ohne mich zu kennen, mit einer Spende unterstützt hat, und mich auch dann auf der 6. Etappe ein Stückweit begleitet hat, d.h. jetzt sind wir in real life ein paar Stunden zusammen geradelt und haben uns kennengelernt :-).

Der Zufall bzw. FB griff mir dann noch unter die Arme. Die NOZ meldete sich am Samstag vor dem Tour Start. Ob ich Interesse hätte an einem Interview zur Tour. Am Sonntag dann das Interview und Abends war der Artikel online, am Montag, dem Tag des Tour Starts in der NOZ Printausgabe. Und was soll ich sagen, mindestens 2 Spender (beide kennen mich, ich kann zumindest einen sicher zuordnen), die ich ohne diesen NOZ Artikel mit Sicherheit nicht erreicht hätte, kamen hinzu. Eine tolle Sache!

Dann gab es noch das Telefoninterview auf der Überfahrt des Nordostsee Kanals mit Radio Osnabrück, für die ich heute oder morgen noch meinen finalen Abschlusskommentar sprechen werde. 

Heute dann noch ein Interview unter dem Motto "nachbetrachtet" mit der NOZ. Der Artikel wird in Kürze online und dann am darauf folgenden Tag im Print zu lesen sein. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass das Spendenfenster noch offen ist. Vielleicht kann ja noch der eine oder andere Spender erreicht werden.

Insgesamt war aber das Thema Öffentlichkeitsarbeit und Spende aber auch recht anstrengend und mühsam. Einerseits das bloggen immer Abends beim Essen, oder im Hotelzimmer (mit Handy 😬) (was zudem letztlich keine wirklich große Resonanz nach sich zog), andererseits auch dieses Gefühl der Unsicherheit bzgl. der Spenden. Besonders mein persönliches Umfeld habe ich daher immer wieder mit einbezogen. Der Grad zwischen freundlichem Erinnern und auf die Nerven gehen, ist nicht nur sehr schmal, sondern sicherlich auch individuell unterschiedlich in der Wahrnehmung. Ich möchte mich dafür entschuldigen, wenn ich zu sehr genervt habe. Immerhin habe ich aber allen die Möglichkeit gegeben, durch einen kleinen Fingerzeig zu signalisieren, "lass mich bitte Außen vor". Das hat wiederum keiner in Anspruch genommen.

Rückbetrachtet würde ich mich zukünftig auch nur auf einen Spendenzweck festlegen. Ich habe das Gefühl, dass es etwas verwirrend war und dadurch, dass zwei Spendenzwecke quasi in Konkurrenz zueinander standen, auch viele potenzielle Spender verunsichert waren.

Letztendlich habe ich viel Energie und Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Keiner hat mich dazu aufgefordert, das war meine Entscheidung. Ja, das ist richtig. Und es hat mir auch Spaß gemacht! Das Roadbook, das gefakte Interview mit dem Freien Sender Landvogt, die Detailplanung der einzelnen Etappen über Komoot, der Blog, das Logo, die Tour Ausstattung designen. T-Shirts, Polo Shirt, Base Cap etc., die Statusmeldungen usw. Und ich weiß, das Viele zumindest in den Status geschaut haben. Leider nur ganz selten, und nur von einigen Wenigen aber habe ich ab und an mal eine kurze Nachricht der Aufmunterung geschickt bekommen. DURCHATMEN. Aber gerade das, Zugewandtheit, Teilnahme zeigen, das sind Motivationsspritzen, über die ich mich freue, die mir ein das Gefühl gegeben haben, Etwas zu erreichen, Jemanden zu erreichen; und das unabhängig vom Spendenerfolg bzw. Spendenvolumen. Hier hätte ich mir nicht nur konsumieren, sondern auch mehr Feedback gewünscht. 

Das aktuelle Spendenvolumen kann ich noch nicht beziffern. Trotz Spendenlink (DKKS) sind auch einige Spenden direkt überwiesen worden. Da nehme ich demnächst Kontakt zu DKKS auf, ob das herausgefiltert werden kann. Zudem braucht es beim Spendenlink in Kombination mit Lastschriftverfahren auch ein paar Bank Tage, bis die Spende auf dem Konto, und dann auf dem Link erscheint. 

Bei Exil e.V. war ja nur die Überweisung möglich. Dabei ist Exil wiederum darauf angewiesen, dass im Verwendungszweck auch ein Bezug zu der Tour gemacht wurde. Ich bin dran.

Und dann ist da die Unsicherheit, wer ggf. doch noch in den nächsten Tagen spenden wird.

Noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die sich mit einer Spende beteiligt haben bzw. noch spenden werden!!!

Und nun? MTMC in Zukunft Spendentour ja oder nein? Jein! 

Das hängt von vielen Faktoren und auch der eigenen Stimmung ab. Wir werden sehen!


2 Kommentare:

  1. Dann freue ich mich schon auf die nächsten Touren. Wenn du in meiner Gegend vorbei kommst, fahre ich gerne nochmal mit. Oder du schaust mal für das Sightseeing in Paderborn vorbei ;-) Ich habe es bisher nicht geschafft, meine eigenen Tourideen umzusetzen. Die Bucket List ist also noch gefüllt.

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  2. Hallo Carsten, klar. Du bekommst vorab eine Info. Und wenn ich Paderborn erkunden möchte, melde ich mich an 😀

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