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Montag, 25. Juli 2022

Auf und Ab und für ein gutes Gefühl

Petermännchen Radmarathon in Schwerin. 

Bei der Entfernung waren 2 Übernachtungen unumgänglich. Samstag Vormittag ging es los. Streckentechnisch verlief es recht entspannt. Ladestopp in Hamburg. Gegen 15.00 Uhr war ich in Schwerin. 

Und ich war überrascht. Durchaus positiv. Schwerin ist echt ein Hingucker.

Nachdem ich meine Sachen im Hotelzimmer sortiert hatte, machte ich mich per Pedes auf den Weg zur Anmeldung für den Marathon. 

Da das Sport- und Kongresszentrum ziemlich entgegengesetz von meinem Hotel lag, kam ich in den Genuss, die schöne Altstadt von Schwerin zu durchqueren. 




Auf dem Rückweg gegen 17.00/17.30 Uhr kam zunehmend mehr Wind auf. Obwohl es ein sonniger Nachmittag war, fühlte es sich nun recht kühl an. 
Ich schaute auf die Wetter App. Die Prognose für Sonntag 27°C. Aber morgens um 6.00/7.00 Uhr 10°C. Um 10.00 Uhr gerade mal 14°C. 
Nur im Trikot, keine Armlinge dabei, keine Radjacke, dass kann kalt werden. 
Ein leichtes Panikgefühl überkam mich. 
Wo ist das nächste Sportgeschäft?
Die klassischen Radläden hatten alle schon geschlossen. Nur Intersport, in einer Shopping Mall gelegen, hatte noch offen. 
Die Auswahl war sehr begrenzt. Es gab nur eine Radweste mit Ärmeln zum Zippen. Zum Glück zumindest in meiner Größe. Reduziert auf 80 €. 
So what. Bevor ich Sonntag friere. Gekauft. 

Abendessen beim Italiener, draußen. Schönster Sonnenschein, böiger Wind. Kalt. Gute Entscheidung, die 80 € zu investieren. 

Sonntag um kurz vor 5.00 Uhr klingelte der Weckton. Ich war schon wach. 
40 Minuten später sind mein Rad und ich abfahrbereit. 
Die Radweste gibt mir ein gutes Gefühl. Es sind 10° Grad. 
Noch ein Foto vom Pfaffenteich und der morgendlichen Idylle.


Und schon geht es zum Frühstück Richtung Sportinternat. 10-12 Minuten später bin ich da. 
Halbwegs gestärkt geht es zum Startbereich. Es sind schon ein paar Wenige dort.


Doch bis 7.00 Uhr füllt sich der Bereich recht ordentlich. Dann der Start.
Die ersten Kilometer bleibt die ganze Gruppe zusammen. Um die 130/140 Marathonisti.

Dann reist die Gruppe auseinander. 
Ich bin bis Kilometer 10 bei der schnellen Gruppe. Erinnerungen an den Heide Radmarathon kommen hoch, und ich lasse abreissen. 
Fahre in meinem Tempo weiter. Da sind noch mehr als genug hinter mir, denke ich, irgendwann fahren schon welche auf. 
17/18 km alleine gefahren, sehe ich in einigen hundert Metern vor mir einen weiteren Einzelkämpfer. 
In einiger Entfernung kann ich hinter mir auch einige Radfahrer erkennen.

Kaum dass ich vorne aufgeschlossen hatte, kam von hinten eine 4 Mann Gruppe heran, und zog an uns vorbei. 
Kurzes abwägen und dann der Sprung ans Hinterrad des letzten Mannes der 4er Kombo. 

Anfänglich bemerkt man mich gar nicht, erst als aufgrund uneindeutiger Streckenkennzeichnung die Frage nach der richtigen Richtung aufkommt, nimmt man mich wahr. 
Wir entschließen uns auf der aktuellen Straße weiterzufahren. Die Unsicherheit bleibt. Mein Navi verrät uns, dass wir falsch sind. 
Also zurück und dann links. 
Auf dem Weg zum ersten Kontrollpunkt darf ich auch schon einmal Führungsarbeit leisten, und mein Leistungsvermögen wird bewusst/unbewusst etwas angetestet 😉. 

Der erste Kontrollpunkt. Meine neue Weste mit den Zippärmeln hat sich als nicht so ganz geeignet erwiesen. Die Ärmel hatte ich schon während meines Soloritts abgestreift. Sie rutschten immer zu hoch, und darunter schwitzte ich.


Zu diesem Kontrollpunkt sollen wir nach ca. 40 km noch einmal zurückkehren.

Ich will mich nicht aufdrängen und fahre etwas früher los, als die 4er Gruppe, die hier noch 2 weitere Bekannte getroffen hat, die sich anschließen.

Weitere 5 km solo, und die Gruppe näher kommend, drossele ich das Tempo, und reihe mich hinten ein. 

Ab da an fahren wir zusammen. Zwischenzeitlich wächst die Gruppe auf bis zu 15 Fahrern an. 

Beim zweiten Stopp ziehe ich auch die Weste aus. Ich bin nass. So viel zum Thema Feuchtigkeitstransport. Nun gut 80 €. Zuviel für die Qualität, aber zu wenig für brauchbare Qualität.  
So bleiben es 80 € für ein gutes Gefühl und eine ruhige Nacht am Samstag. 

An den Kontrollpunkten startet immer der Kern der Gruppe geschlossen. 
Der dritte Kontrollpunkt (der auch der vierte und fünfte sein wird) bietet zu den herkömmlichen Speisen auch diverse Kuchen 🎂 an. 😋 
Mittags gibt es Nudeln.


Der vierte Streckenabschnitt hat es in sich. Berg- und Talfahrt. Entweder langezogen, aber nicht so steil, oder kurz, dafür aber mit knackiger Steigung. Das  zermürbt, und zwei aus unserer Gruppe fallen ab. 
Der Gedanke daran, dass wir für den fünften und letzten Streckenabschnitt ein Viertel dieses Wellenritts erneut fahren müssen, sorgt nicht für ein wohliges Gefühl.


In einem sind wir uns einig. Es sind definitiv mehr als die kolportierten 800 Höhenmeter. 

Die beiden verlorenen Gruppenmitglieder rollen dann einzeln ein. Einer begibt sich schon bald wieder auf den Weg. 
So starten wir zu sechst. Schon bald sind wir nur noch zu fünft, bekommen aber auf den letzten 15 km noch einen neuen Zugang. 

Nach 7 Stunden und 9 Minuten reiner Fahrzeit erreiche ich mit der Gruppe um 15.45 Uhr das Ziel. 
1.100 Höhenmeter sind es geworden. Und 208 km. 5 Km extra wegen kurzzeitig falsch abgebogen.


Das es auch anders geht, erfahre ich von einem weiteren, kurz nach uns ins Ziel rollenden Marathonisti. 
Er fragt mich, ob ich denn tatsächlich auf 203 km gekommen bin. 
208 entgegne ich ihm. Darauf erwidert er, dass er sich wohl verfahren haben muss, er hat nur 190 km auf der Uhr. 🤣

Kurzes Durchschnaufen, Verabschiedung von der Gruppe, lose Verabredung für den Rendsburg Marathon im August. 

Dann zum Hotel. Duschen, duschen, duschen und regenerieren. 
Um 19.00 Uhr geht's zum Essen (Steakhaus). 
Anschließend noch in einen netten kleinen Biergarten, mitten in der Altstadt. 


Bis zum nächsten mal. Dann aus Rendsburg. 

Ride on 🚵‍♂️🚴😉🙋‍♂️

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