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Montag, 13. Juni 2022

Sehr schnell, Gruppe, Solo, Krämpfe...

Heide Radmarathon

Knapp 214 km, 614 Höhenmeter, 30 km/h Schnitt

Von Altwarmbüchen Richtung Burgdorf, über Hänigsen, Müden (Aller), Steinhorst, Faßberg, Müden (Örtze), Eschede, Nienhagen und zurück. Durch die Kreise Hannover, Gifhorn, Celle und die Südheide.

Gestern habe ich nun meinen dritten Radmarathon der Serie Radmarathon Cup Deutschland bestritten.

Um 4.30 Uhr klingelte der Wecker. Gegen 5.45 Uhr war ich auf dem Weg nach Altwarmbüchen, dem Start und Zielort. 

Begleitet wurde ich von der frühen Morgensonne und dem Zweifel an meiner Gesundheit. Matt, abgeschlagen und leichter Schnupfen. 

Angekommen gegen 7.00 Uhr waren schon einige Parkplätze am Schulzentrum Isernhagen besetzt. In der Folge kamen immer mehr dazu.

Kurz angemeldet, Umziehen in der Toilette (Duschraum inkl. Umkleide war erst ab nachmittags geöffnet), drehte ich anschließend ein paar kleine Runden zum Radcheck.

Das Startfenster war von 8-9 Uhr für die Marathonisti und von 8-10 Uhr für die anderen Strecken (47, 75, 111, 153 km).

Kurz vorm Start hieß es, Marathonisti nach vorne, und da ich früh am Start war, hing ich in der vordersten Gruppe fest. Bekanntermaßen tummeln sich dort die engagierten Hobbyfahrer und auch einige Amateurfahrer (Team Strassacker war auch vertreten). 

Entsprechend schnell ging es dann los. Wir waren eine recht große Gruppe von ca. 40 Fahrern. Das Tempo um die 40 kmh. Der relativ flache Kurs, die Sonne, und der Rückenwind auf den ersten Kilometern verleiteten mich dazu wider aller Vernunft mich mitreißen zu lassen.

In meinem Kopf arbeitete es. Nicht Überpacen wurde abgelöst von das wird sich rächen. Als der Kopf sich einschaltete, fiel meine Leistungsbereitschaft ab. Nach 20 km ließ ich abreissen, und hoffte, nicht schon zu viele Körner verballert zu haben. 

Die nächsten 15 km machte ich dann die Pace für eine kleine Gruppe bei immer noch zu hohem Tempo, was weitere Kraft kostete. Ich entschied, alle Gedanken wie, das wird sich rächen, auszublenden. 

Der erste Kontrollpunkt. Einige Solisten, die kleine Gruppe und ich, sowie ein Radsportclub aus Hannover. Gemeinsam machten wir uns auf dem Weg. Zeit zum erholen. Die Hannoveraner machten erst einmal die Führungsarbeit. Die Leistundssprünge in der Truppe waren recht groß, so dass es bei Führungswechsel immer etwas unrund war. Ich persönlich wäre mit einem 32er Schnitt sehr einverstanden gewesen, aber manche fuhren gerne 35/36, was wieder etwas mehr Kraft kostete. Dennoch blieben wir in der Konstellation (mit ein paar Ab- und Zugängen) lange zusammen. 

Am dritten Kontrollpunkt bei km 125 ein etwas längerer Aufenthalt. Nach lockerem Re-Start merkte ich, dass mir die Dynamik fehlte. Ich hoffte, wieder in den Rhytmus zu kommen, und tummelte mich am Ende der Gruppe. Die letzte Führungsarbeit bei dem Wellenritt Kurz vor K3, hatte sein Übriges getan, und ich wollte jetzt nur noch mitrollen.

Einmal musste ich kurz abreissen lassen, konnte aber wieder zurückkommen. Dann bei km 140 musste ich die Gruppe ziehen lassen. Ich war leer, entschied mich zu einem spontanen Stopp. Gel, Stretching, Riegel, Trinken. Ca. 75 km lagen noch vor mir. Und das vorerst ohne Gruppe. Gerade jetzt, wo es gegen den Wind ging. Der Preis für die ersten 35 km.

Bis zum nächsten Kontrolpunkt bei km 175 kämpfte ich alleine. Machte noch einen spontanen Stopp an einem Hofladen, genoß ein Coffeinhaltiges, zuckerreiches Kaltgetränk und einen Riegel. Sah einige Marathonisti alleine oder in 2er Kombi passieren.

Kurz darauf dann der Kontrollpunkt. Hier machte ich den Fehler, nichts zu essen. Noch knapp 50 km. Bei dem jetzigen Tempo 2 Stunden. Ich fuhr los und sah vor mir ein 2er Team, an dass ich mich ran arbeitete.

Zu dritt ging es weiter, gemächlich, aber zielführend. Eventuell wäre es so zu einem ruhigen Ende gekommen, wären wir nicht von einem Pärchen überholt worden. Die beiden waren nicht bedeutend schneller als wir, aber eben doch soviel schneller, das es reizte, mit denen weiterzufahren. So investierte ich noch einmal und schloss auf, einen der anderen beiden im Schlepptau. 

An einer roten Ampel mussten wir halten. Und dann war es passiert. Krämpfe in beiden Beinen. Oberschenkel komplett. Waden dazu. Mit Mühe hievte ich mich und mein Rad auf den Bürgersteig.

Der Dritte unsere kurzen Allianz kam vorbei, Krämpfe, fragte er. Um dann ein Man gönnt sich ja sonst nichts anzufügen.

Noch 30 km. Aus einer anfangs  schnellen, dann guten Gruppentour, wurde spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Tort(o)ur.

Von Krämpfen geplagt immer im leichten Gang zählte ich die Kilometer. Inzwischen war ich mit dem einen Kollegen aus der dreier Allianz wieder vereint. 

Gemeinsam fuhren wir ins Ziel.

Mit der Zeit war ich zufrieden. Hätte das ganze aber auch wie in Bremen bei gleichmäßigem Tempo entspannter haben können. 

Inwieweit meine körperliche Angeschlagenheit mit ausschlaggebend war, vermag ich nicht zu sagen.

Fakt ist, ich bin viel zu schnell angegangen, habe dann weiter zu viel investiert, bevor ich in eine halbwegs passable Gruppe kam.

Bis zum nächsten Mal.

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